Browsing Category:

Lebensmittelkunde

Richtige Lagerung im Kühlschrank

Im Durchschnitt werfen wir in Deutschland 75 kg Lebensmittel weg (BMEL 2019). Es ist eine riesige Verschwendung und das meiste können wir vermeiden. Und da es tatsächlich in privaten Haushalten geschieht, ist es etwas, was wir selbst minimieren können.

Meine Strategien, um weniger Lebensmittel zu verschwenden:

Menüplanung

Ich plane, was wir die Woche über essen, so kaufen wir auch nur das ein. Und ich verplane gleich alles an Lebensmitteln, die wir kaufen. Wie im Fall mit meinem Lieblingsbespiel: ich verplane gleich den ganzen Kohlkopf und es liegt nicht die Hälfte noch lange im Gemüsefach herum, bis ich sie wegschmeiße.

Richtige Lebensmittelwahl

Damit meine ich nicht, dass ich nur haltbare Lebensmittel wähle, sondern dass ich die frischesten Lebensmittel wähle. So halten sie länger. Kartoffeln sollten z.B. fest und nicht grün sein. Außerdem sollten sie nicht gekeimt sein!

Richtige Lagerung

Zur richtigen Lagerung gehören verschiedene Aspekte. Es handelt sich um die Lagerung von frischen Lebensmitteln und auch länger haltbaren Lebensmitteln. Du musst wissen, ob ein Lebensmittel in den Kühlschrank gehört und wo im Kühlschrank es am besten aufbewahrt wird. Sonst verderben die Lebensmittel und wir haben Essen, unser Geld und unsere Zeit fürs Einkaufen verschwendet.

Temperatur im Kühlschrank

In unseren Kühlschränken gibt es verschiedene Temperaturzonen. Oben ist es wärmer als unten, deswegen sollte man die Lebensmittel dementsprechend verteilen.

Im obersten Fach mit ca. 8 Grad sollten zubereitete Speisen, Geräuchertes und Käse stehen.

Im mittleren Fach mit ca. 5 Grad sollten Milchprodukte aufbewahrt werden.

Im untersten Fach über der Glasplatte sind es 2 bis 3 Grad und dort sollten leichtverderbliche Lebensmittel gelagert werden, wie Fleisch, Geflügel, Wurst, Fisch, Fertigsalate, angebrochene Lebensmittel. Es sollte alles gut abgedeckt sein, damit die Keime nicht übertragen werden.

Im Gemüsefach herrschen ca. 9 Grad und dort lagerst du nur kälteverträgliche Gemüse- und Obstsorten. Außer in Mehrzonenkühlschränken, in denen es die Kellerzone gibt. Dort könntest du auch kälteempfindliches Obst und Gemüse lagern.

In der Tür sind es auch ca. 9 Grad und dort kannst du Eier, Butter, Milch, geöffnete Marmeladen, Getränke und Soßen lagern.

In der Bedienungsanleitung deines Kühlschranks findest du alle Temperaturzonen und Empfehlungen, wohin welche Lebensmittel gehören.

Wichtige ToDos

Bereits beim Einkaufen solltest du eine Kühltasche dabeihaben für Lebensmittel, die kühl gelagert werden sollten. Zuhause kannst du sie dann gleich an den richtigen Ort im Kühlschrank stellen/legen.

Mit den Lebensmitteln kommen in den Kühlschrank immer Keime. Damit sie sich dort nicht vermehren und verbreiten, solltest du den Kühlschrank mindestens einmal im Monat putzen. Wie du ihn richtig putzt, findest du in meinem Highlight „Küchentipps“ bei Instagram @mamatastyde.

In den Kühlschrank kommen keine heißen Speisen rein, damit der Energieverbrauch nicht steigt. Eine Ausnahme sind z.B. Beikost(breie), weil die Sicherheit vor Keimen wichtiger ist.

Kälteempfindliches Gemüse und Obst

Wie bereits erwähnt, gibt es kälteempfindliche Obst- und Gemüsesorten, die nicht in den Kühlschrank gehören. Sie verwelken, bekommen braune Stellen und/oder verlieren ihr Aroma. Dieses Obst und Gemüse sollte bei Raumtemperatur im Dunkeln gelagert werden. Oder in der Kellerzone eines Mehrzonenkühlschranks.

Kälteverträgliches Obst und Gemüse

Kälteverträgliches Obst und Gemüse kann im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert werden.

Hülsenfrüchte

Ein Must-have in deinem Menüplan und in deinem Vorratsschrank

Es gibt tatsächlich Menschen, die keine Hülsenfrüchte essen. Ich verstehe es nicht. Ich liebe Hülsenfrüchte. Sie gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und auch zu den beliebtesten. Es gibt so viele verschiedene Hülsenfrüchte: grüne, rote und gelbe Linsen, Kidneybohnen, Limabohnen, weiße Bohnen, Wachtelbohnen, Augenbohnen, Dicke Bohnen, Kichererbsen, Erbsen, Mungobohnen, Ackerbohnen und viel mehr. Deswegen sind sie nicht nur wegen ihrer Inhaltsstoffe sondern auch kulinarisch sehr wertvoll und vielseitig. Man kann daraus Suppen, Aufstriche, Salate, Eintöpfe, Füllungen für Kuchen und Teigtaschen, Dips, Brownies und Aufläufe zaubern. Mit verschiedenen Gewürzen kannst du eine Linsensuppe mal türkisch, mal indisch und mal deutsch schmecken lassen. Wie kann man sie also nicht mögen?

Als ich den Artikel gerade schreibe, merke ich, wie wenig Rezepte mit Hülsenfrüchten ich im Blog habe. Ich verspreche mich zu bessern und du schaust gleich mal in die Rezepte rein:

Probier doch mal meine Rezepte mit Hülsenfrüchten aus

Hülsenfrüchte sind super gesund

Außer der Vielseitigkeit und dem tollen Geschmack mag ich Hülsenfrüchte wegen ihrer Inhaltsstoffe. Hülsenfrüchte sind wichtige Eiweißlieferanten in der vegetarischen und veganen Ernährung. Sie sind aber auch für Allesesser super. Nicht umsonst zählen Bohnen mit Reis in vielen Ländern zu Grundnahrungsmitteln. In Ägypten stehen sie schon morgens zum Frühstück auf dem Speiseplan. Durch die Kombination mit Getreide wird die biologische Wertigkeit gesteigert. Es bedeutet, dass das pflanzliche Eiweiß besser vom Körper in Körpereiweiß umgebaut werden kann. Normalerweise ist tierisches Eiweiß besser, aber durch die Kombination verschiedener Lebensmittel kann man auch die biologische Wertigkeit von pflanzlichem Eiweiß steigern. Das ist aber eher für vegane Ernährung von Bedeutung.

Außer dem Eiweiß glänzen Hülsenfrüchte mit komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Diese Kohlenhydrate lassen den Blutzucker langsamer ansteigen und die Ballaststoffe sättigen länger. Mischköstler essen statistisch gesehen zu wenige Ballaststoffe, die aber wichtig für die Darmgesundheit sind. Das Magnesium in den Hülsenfrüchten stärkt die Knochen, die Nerven und die Muskeln. Hülsenfrüchte enthalten auch Eisen. Das Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport in die Zellen. Zink wichtig fürs Immunsystem, Wundheilung, sogar für unsere Haare und Haut. Sogar B-Vitamine liefern die Hülsenfrüchte: B1 mit dessen Hilfe Kohlenhydrate in Energie umgewandelt werden, B6 stärkt Nerven und das Immunsystem und Folat kennt wohl jede Mutter oder Frau mit Kinderwunsch. Es ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt und Zellteilungs- und Zellwachstumsvorgängen.

Leider vermindert die in Hülsenfrüchten enthaltene Phytinsäure die Verfügbarkeit von Eisen, Zink, Kalzium und Magnesium im Darm. Einweichen und Ankeimen der Hülsenfrüchte verbessert aber die Verfügbarkeit der Mineralstoffe.

Wegen der Purine in den Hülsenfrüchten sind sie bei Gicht nicht empfohlen, aber ansonsten sind sie super gesund!

So kochst du Hülsenfrüchte richtig

Hülsenfrüchte darf man nur gegart essen. Eine Portion getrockneter Hülsenfrüchte sind etwa 40 g und ergeben gegart 100 g. Geschälte Erbsen, Linsen und kleine Bohnenarten, wie z.B. Mungobohnen, werden vor dem Kochen nicht eingeweicht.

Alle anderen Hülsenfrüchte werden bis zu 12 Stunden eingeweicht. Dabei verdoppelt oder verdreifacht sich ihr Volumen. Durch das Einweichen wird die Verdaulichkeit verbessert. Das Einweichwasser sollte weggekippt werden, um sie verträglicher zu machen. Ansonsten kannst du es auch verwenden, weil auch die „guten“ Stoffe ins Wasser übergehen. Rote Linsen müssen nur 15 Minuten kochen und die Kichererbsen brauchen ca. 60 Minuten, um gar zu werden. Meistens steht die Garzeit auf der Verpackung.

Mein Geheimtipp für weiche Bohnen: Lass sie immer nur leicht köcheln!

Selbst gekochte Hülsenfrüchte schmecken am besten. Aber wenn es mal schnell gehen muss, kannst auch auf Konserven zurückgreifen. Ich finde sie meistens zu zerkocht, aber je nach Gericht passt es ja. Auf jeden Fall spart es viel Zeit. Deswegen sollten auch Dosenbohnen einen festen Platz in deinem Vorratsschrank haben.